A$$hole
25
Aug 09
Wer hinter diesem Titel die Beschreibung seiner selbst wiederfindet, sollte sich mal so seine Gedanken machen. Der Roman A$$hole (Asshole): Wie ich lernte ein Schwein zu sein, ist kein all zu ernst gemeintes Buch. Es verbirgt sich auch keiner dieser grotesken Ratgeber dahinter, die einem Reichtum und Glück suggerieren. Vielmehr handelt es sich bei dem Buch von Martin Kihn um eine Persiflage dessen.
Protagonist des Romans ist Marty, der in Ich-Erzählung seine Erlebnisse vom Schlappschwanz zum vermeintlichen Arschlochdasein erzählt. Geboren als notorisch schuldbewusster Ja-Sager fühlt er sich am Rande seiner Midlife-Crisis dazu berufen ein Arschloch zu werden, um so mehr vom Leben zu haben. Das Ihm die Wandlung dabei äußerst schwer fällt ist zum einen sehr lustig und unterhaltsam, zum anderen bestätigt es mal wieder, dass man sich eben nur in den seltensten Fällen um 180 Grad drehen kann.
Wer nun selber ein Arschloch (Asshole) werden möchte, der braucht dieses Buch nicht, denn der Grundgedanken ist offensichtlich schon manifestiert. Wer aber über die Ironie eines solchen Buches und der Thematik lachen kann, dem sei Asshole wärmstens als beiläufige Lektüre ans Herz gelegt. Es ist wie in so vielen Dingen, der Weg ist das Ziel und Arschloch zu sein ist eben meist doch nicht das Wahre…
