Flammenbrut
10
Aug 09
Simon Beckett dürfte selbst weniger involvierten Krimilesern ein Begriff sein. Sein Überraschungserfolg Chemie des Todes katapultierte ihn schnell in die Top-Garde der Krimiautoren. Um David Hunter ist dann auch gleichsam eine Triologie mit Kalte Asche und Leichenblässe entstanden, die das Thema Forensik sehr erfolgreich in das Krimigenre einführt, oder es wenigstens wiederbelebt.
Doch soll es in diesem Artikel nicht um diese Bücher, sondern eines der Erstlingswerke von Beckett gehen, nämlich Flammenbrut. Ähnlich wie Obsession fokussierte sich der Autor damals noch mehr auf die Psyche und die Stimmung, als die rasanten Szenenwechsel und die ausgeklügelte kriminalistische Methodik. Wer Flammenbrut also lesen möchte, sollte vielleicht vorher noch nicht die späteren Werke gelesen haben, da es sonst unter Umständen zu einer Enttäuschung kommen kann.
Ansonsten ist Flammenbrut aber ein ganz ausgezeichneter Krimi-Roman, der Themen wie Stalking, Abtreibung und psychische Probleme aufgreift und somit aktuelle Geschehnisse zu verarbeiten weiß. Deutlich ist zu merken, dass sich Beckett deutlich mehr Zeit bei der Beschreibung der Geschichte und einzelnen Figuren lässt. Langsam, geradezu geduldig wird der Leser in die Handlung eingeführt und letztlich vor die Frage gestellt: Wann kennt man einen Menschen wirklich gut und was sagt sein Äußeres über ihn aus?
