Gehwegschäden Helmut Kuhn – GehwegschädenGeschichte ist etwas, das wir uns ewig erhalten sollten. Niemals sollte man vergessen, wo man herkommt, was man in der Vergangenheit getan oder nicht getan hat. In der Geschichte eines jeden Landes finden sich positive Ereignisse und welche, von denen man später lieber Abstand nimmt. Das Entscheidende aber ist, nichts von dem zu leugnen und sich stattdessen daran zu erinnern, was einmal war. Dem entgegen steht unsere gesellschaftliche Wandlung, die durch ihr rasantes Tempo dafür sorgt, dass wir viele Dinge schnell vergessen, eben weil sich alles so schnell wandelt. Helmut Kuhn erinnert in „Gehwegschäden“ daran, was einmal war und wie schnell sich heute alle verändert, wobei er klar werden lässt, dass es sich bei seinem Blick darauf nicht unbedingt um etwas Positives handelt.

In Tarnung seines Hauptprotagonisten, dem arbeitslosen Journalisten Thomas Frantz, zieht Kuhn durch die Hauptstadt und blickt in viele Gassen und Ecken. Er berichtet über einen von Briten errichteten Wellnesstempel, der früher einmal SED-Zentrale war, davor übrigens Rückzugsort der Hitlerjugend und, wenn man noch weiter zurückgehen möchte, sogar Kaufhaus jüdischer Geschäftsleute. Er schreibt auch über den Verfall unserer Jugend, letztlich exakt über das, was er bei seinen Touren durch die Stadt zu sehen bekommt. Dieser Gesellschaftsabsage könnte Doktorandin Sandra, die auf einmal in sein Leben tritt, ein Ende bereiten dafür jedoch bedarf es mehr als nur ein zauberhaftes Lächeln.


Kommentar schreiben