Precht 150x150 Richard D. Precht   Die Kunst, kein Egoist zu seinRichard David Precht schreibt thesenartig, wissenschaftlich fundiert, doch dabei recht populär. Wenngleich seine Fakten oft trockenen Charakters sind, schafft er es, diese informativ und mit belletristischem Charme zu vermitteln. Sein früheres Buch „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ thront stolz auf Platz drei der Beststeller-Liste des Jahrzehnts. Es wurde mittlerweile in 32 Sprachen übersetzt und über eine Million verkauft.

Sein 2010 veröffentlichtes Sachbuch „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ schließt an diese philosophischen Fragestellungen an und verbindet diese gleichzeitig mit wirtschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Aspekten unserer Zeit. Er unterteilt seine Ausführungen grob in drei Kapitel und benennt diese „Gut und Böse“, „Wollen und Tun“ bzw. „Moral und Gesellschaft“.  Er kommt schnell zur Einsicht, dass der Mensch das Bedürfnis hat, gut zu sein, aber dass verschiedene Faktoren dieses Ziel negativ beeinflussen. Als gesellschaftlichen Multiplikator führt er die Gruppendynamik an, die das eigene Bestreben verfälscht. Außerdem befindet er die Einführung des Geldes als Beginn eines Belohnungssystems, das jede gute Tat bezahlt wissen will. Das Ego selbst entwickelt Strategien als Entschuldigung für ein eventuelles Versagen auf dem Weg zur Unschuld, indem es vergleicht und verdrängt. Es sei absolut normal, dass auch überragend moralische Menschen Fehlern erliegen, vor denen sie andere wiederum gewarnt hatten. In der Gesamtheit wirken Prechts Ausführungen wie ein Manifest mit großem Wahrheitsgehalt und hilfreicher Leitfaden zum besseren Menschsein. Ebenso verweist er auf politische Umstände, die der Vervollkommnung des reinen Menschen im Wege stehen. Die Summe an Informationen und Querverweisen muss zum absoluten  Verständnis erst noch vom Leser durchdacht werden, aber „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ setzt eine fruchtbare Saat, die viele Früchte tragen kann.

 


Die kleine Souvenirverkäuferin 150x150 Francois Lelord   Die kleine SouvenirverkäuferinFrancois Lelord gewann innerhalb seiner Reihe „Hector“, die 5 Bände zählt, mit jeder Veröffentlichung neue Fans hinzu. Die Geschichte um den intellektuellen Psychiater auf der Suche nach Glück und Liebe und deren Bedeutung faszinierte in Deutschland sogar mehr Leser als in seinem Heimatland Frankreich. Er studierte selbst Psychologie bzw. Medizin und praktiziert heute halbjährlig in Paris und ebenso rund um Hanoi in Vietnam. Seine Affinität zum Land rührt von seiner Frau, die hier ihre Wurzeln hat. Seine eigene Bewunderung für das Land überträgt er in seinen neuen Roman „Die kleine Souvenirverkäuferin“. Die Geschichte leitet sich ab von den wahren Begebenheiten der SARS-Welle von 2003.

Julien, ein junger französischer Arzt, befindet sich in Hanoi, um zu helfen, aber auch um die vietnamesische Kultur kennen zu lernen. Von den meisten Menschen gemieden, findet er doch ein freundliches Gesicht in Minh Thu, die von einem Boot aus kleine Souvenirs verkauft. Die wachsende Zuneigung wird von den sehr traditionellen Vietnamesen nicht gutgeheißen. Gerade als er denkt, angekommen zu sein, bricht ein tödliches Virus aus. Julien und seine Kollegin gehen in die Berge, wo das Virus zum ersten Mal diagnostiziert wurde. Von hier breitet sich die Krankheit rasend schnell aus, doch die Regierung sieht davon ab, die Bevölkerung zu warnen und verheimlicht die Gefahr stattdessen. Parallel wird Minh Thu wegen illegalem Straßenhandel festgenommen und niemand ist bereit, dem verliebten Europäer zu helfen. In einem Klima aus Panik, Verschwörung und Ansteckungsgefahr sucht er ein Gegenmittel und seine verlorene Liebe.


Emile Zola 150x150 Émile Zola   Das GeldDer französische Schriftsteller und Journalist Émile Zola gilt als Leitfigur der Strömung des Naturalismus. Nach dem Vorbild von Honoré de Balzac entwarf er einen 20-bändigen Romanzyklus unter dem Namen „Les Rougon-Macquart“. Hier beleuchtete er die gegensätzlichen Zweige einer Familie im zweiten Kaiserreich: die der Bourgeoisie (Rougon) und die der Unterschicht (Macquart). Zola stellte innerhalb seiner Romane, unabhängig voneinander, einzelne Familienmitglieder vor, die er in den zeitlichen und sozialen Kontext setzte. Über die Dauer der Serie ergeben sich Zusammenhänge, die die Beziehungen zueinander definieren. Der Roman „Das Geld“ gibt erschütternde Einblicke in die korrupte und unbeständige Welt der Börse von 1855. Die Brisanz des Themas bleibt aktuell und auf unsere heutige Zeit anwendbar.

Hauptperson Saccard motiviert das junge Geschwisterpaar, Carolin und Hamelin, zur Beteiligung an seinen Geschäftsplänen und gründet mit ihnen die Banque Universelle. Keiner der drei verfügt über Rücklagen, die sie als Stammkapital geltend machen können und üben sich deshalb in Betrug. Im Wettbewerb mit dem übermächtigen Bankier Gundermann unternimmt Saccard alles, um seine Ziele wirksam durchzusetzen: Er versammelt einen Kreis von Zahlungsgeber, die allerdings niemals investieren. Er fälscht Bilanzen, spekuliert ohne Unterlass zum eigenen Vorteil, gründet Briefkastenbanken und instruiert Presseleute, die Nachrichten in seinem Sinne zu manipulieren. Der Plan geht zeitweilig auf. Die Kleinanleger verspekulieren gierig ihr mühsam Erspartes, während die Gründer kurzfristig einen finanziellen Aufschwung erfahren. Die Halbwertszeit derartiger Scheingeschäfte ist jedoch stark begrenzt und so bricht das Kartenhaus aus Aktien, Wertpapieren und Wechselscheinen zusammen.

Zola beschreibt präzise die Mechanismen des Geldzyklus und die Kausalität kleiner Entscheidungen. Ein stetiger Wechsel der Szenerie von Betrügern und Betrogenen verdeutlicht die Gewissenlosigkeit der Einen und das Leid der Anderen. Detailliert und versiert entführt er den Leser in eine Welt, die sich durch Macht und Geld definiert und kaum Raum lässt für ein Gefühl wie Menschlichkeit.


Für immer der Deine 150x150 Nicholas Sparks   Für immer der DeineNicholas Sparks schreibt Bestseller in Serie. Seine Veröffentlichungen sind zwar nicht sehr risikofreudig, aber erreichen darum fortwährend ein großes Publikum. Er versteht es wie ein kein Zweiter, die Tragik und das Glück der Liebe, für den Leser erlebbar zu gestalten. Von den sechszehn Büchern, die Sparks bis heute veröffentlichte, startet mit „Für immer der Deine“ mittlerweile die siebente Kinoverfilmung des Erfolgsautors auf den Leinwänden. Das können wahrlich den wenigsten Roman-Autoren von sich sagen. Der Film ist leider ein gefühlsduseliges Zac Efron-Werbevideo geworden, der innerhalb seiner Darstellung, den mitleidigen Blick eines geschundenen Dackels perfektionierte. Das Buch bleibt hier die bevorzugte Alternative.

Im Gegensatz zu vielen anderen Irak-Soldaten überlebt Logan  seinen Einsatz. Er glaubt, dass das Foto einer schönen Frau, dass er in einer brenzlichen Situation gefunden hatte, seitdem als sein Glücksbringer funktioniert. Traumatisiert von seinen Erfahrungen im Krieg kehrt er nach Amerika zurück und beginnt, zusammen mit seinem Schäferhund, die Suche nach dem Mädchen. Tatsächlich findet er sie: Elizabeth ist Grundschullehrerin, geschieden und Mutter eines zehnjährigen Sohnes. Logan beginnt eine Hilfstätigkeit in der Hundeschule ihrer Großmutter und erobert nach und nach das Herz der vorsichtigen Enkelin. Doch Widerstände kündigen sich an und auch das Kriegstrauma scheint noch nicht überwunden.

Sparks versteht es, Geschichten zu erzählen. Schade ist, dass der Aufbau aller Bücher sehr ähnlich ist. Der Erfolg des Bekannten läuft Gefahr, sich in der Vorhersehbarkeit zu verlieren. Mit etwas mehr Mut zu neuen Themen würde Sparks künstlerische Qualität gewinnen. Abgesehen davon bleiben seine Romane die Essenz der Liebe, die jedes Mal neu verzaubern.


das abc meines lebens Marlene Dietrich – Das ABC meines LebensAm übernächsten Sonntag jährt sich zum 20.Mal der Todestag eines der berühmtesten Exportschlagers unserer Historie. Während heute Stars wie Heidi Klum als das deutsche Aushängeschild im Ausland gefeiert werden, war es in früheren Jahrzehnten vor allem der Name Marlene Dietrich, der Deutschland ein wenig Glanz verlieh.  Die Schauspielerin und Sängerin aus dem Herzen der heutigen Landeshauptstadt überzeugte durch ihr ganz besonderes Charisma und eine Art, die auch mal anzuecken wusste. Gerade diese aber machte Marlene Dietrich bekannt und sorgte für ihren grandiosen Erfolg. Heute noch ist sie ein Vorbild vieler emanzipierter Frauen. Der von ihr zur Mode gemachte Hosenanzug ist ebenso ein Zeugnis ihrer Person wie zahlreiche Anekdoten, die in „Das ABC meines Lebens“ festgehalten wurden.

Zwar hat der Deutsche Taschenbuch Verlag mit diesem Schriftstück keine zusammengetragene Biografie vorgelegt, aufgrund der zahlreichen Gedankensplitter ermöglicht es aber eine noch viel bessere Übersicht über den kompletten Charakters der deutsch-amerikanischen Stilikone. Neben Aphorismen und recht brauchbaren Lebensweisheiten spricht Marlene Dietrich vor allem auch über Dinge, die uns noch heute so alltäglich erscheinen. So erfährt der Leser beispielweise ihre Ansichten zu Lebensmitteln wie Ketchup, aber auch metaphysische Komponenten wie Aberglauben. Gefühlvoll zusammengestellt und mit einer ordentlichen Mischung aus Humor und Persönlichkeit versehen wird das Werk zu einem abwechslungsreichen Lesevergnügen.


hb meine schwester ist ein mönchsrobbe Christian Frascella – Meine Schwester ist eine MönchsrobbeDer Schlüssel dafür, ein wirklich gut anzukommendes Werk zu publizieren, liegt darin, etwas zu verfassen, womit sich die Leser identifizieren können. Der Ich-Erzähler, welcher vom Autor wohl nicht ganz so entfernt anzusiedeln ist, füllt in „Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe“ genau diesen Part aus und das, obwohl er über weite Strecken der gut 300 Seiten wie ein echter Kotzbrocken herüberkommt. Er scheint unsympathisch, wirkt verbittert, unnahbar und ist dennoch so gewöhnlich wie er nur sein könnte. Vielleicht liegt genau darin der Erfolg von Schriftsteller Christian Frascella, dessen Werk nun auch ins Deutsche übersetzt wurde.

Das Leben des Protagonisten scheint komplett aus allen Fugen geraten. Seine Mutter ist mit einem Mann durchgebrannt, der mehr als eine Dekade jünger ist als sie. Der Vater benutzt gerne mal einen Fausthieb als Erziehungsmaßnahme und seine Schwester scheint von einem krankhaften Putzfimmel durchzogen. Er selbst ist der Typ Loser, der es nicht zugeben und stattdessen alles überspielen mag. Er riskiert des Öfteren eine große Lippe, liegt aber als erster am Boden. Selbst von seiner Angebeteten bekommt er nichts als eine ordentliche Tracht Prügel. So schlecht seine Lage auch ist, gibt es nichts, was seine Überzeugung ins Wanken bringt. Dafür sorgt erst ein herber Schicksalsschlag, der ihn aus der Bahn wirft, aber letztlich die Familie näher zusammenschweißt und auch den Schwarm mehr an ihn heranbringt.


Russendisko 188x300 Russendisko  Wladimir Kaminer Vor ungefähr zehn Jahren gelang Wladimir Kaminer mit seiner Erstveröffentlichung „Russendisko“ ein Überraschungserfolg und Gleiches darf man wohl auch von der aktuellen Leinwandadaption mit selben Titel von Oliver Ziegenbalg erwarten – wenn auch weniger überraschend. Zurzeit gibt es augenscheinlich keinen erfolgreicheren Schauspieler als Matthias Schweighöfer, der die Hauptrolle in dieser lange geplanten Verfilmung durchaus passend besetzt. Einige kritische Stimmen munkeln, dass der Kinofilm leider nicht den Charme und den Witz versprüht, den das Buch noch hatte. Die Filmvorlage war eine liebvolle und authentische Sammlung von Kurzgeschichten, die mehr oder weniger zusammenhängend, einen skurrilen, doch lebensnahen Einblick in Kaminers Subkultur hergaben. Mit derbem Humor und russischem Herzblut stellten sie sich einer neuen Welt fernab der Heimat und erlebten Liebe, Frust und Abenteuer.

Alles passiert im Sommer 1990, als Kaminer und seine zwei Freunde, Mischa und Andrej, bepackt mit vielen Träumen, doch wenig Rubel die junge deutsche Hauptstadt erobern. Anfänglich in einem heruntergekommenen Marzahner Ausländerwohnheim untergebracht suchen sich die drei bald eine schönere Bleibe im Prenzlauer Berg. Andrej ist eher der schwerfällige Charakter der drei Witzbolde. Ihn plagt das Heimweh, was ihn aber nicht davon abhält, eine Vielzahl von Plänen zu entwickeln, die zum schnellen Geld führen. Mischa träumt von einer Musikerkarriere. Nur Wladimir scheint perspektivlos und dümpelt durch wahnwitzige Episoden der Berliner Nachwendezeit. Überall warten Probleme und Ärger: Sei es der Streit mit Vietnamesen über die Rechte am örtlichen Zigarettenverkauf oder das Überschreiten der Aufenthaltsgenehmigung und eine drohende Abschiebung. Bei derart vielen Schwierigkeiten würden viele die Heimreise antreten, doch Kaminer verliebt sich in „die schönste Frau der Welt“ Olga und buhlt fortan überaus einfallsreich um ihre Aufmerksamkeit.

Ein liebevolles, autobiografisches Romandebut, das bis heute schon 1,3 Millionen Leser zählt und dank des aktuellen Kinoprogramms sicher noch viele weitere gewinnen wird.


Die Tribute von Panem 197x300 Die Tribute von Panem Teil 1 Tödliche Spiele von Suzanne Collins Schon jetzt hat der Film „Die Tribute von Panem“ alle Erwartungen gehalten, die das Buch noch versprach. Die Verfilmung des ersten Bandes „Tödliche Spiele“ ist einer von drei Teilen, deren weiteren zwei Premieren sicher wieder von unzähligen campierenden und kreischenden Teenagern belagert werden, die ein wenig an vergangene Tage mit „Harry Potter“ oder „Twilight“ erinnern. Buch und Film haben aber Fans aller Altersgruppen, da die jugendlichen Akteure alles andere als unbeschwerte Kindheitstage erleben.

Suzanne Collins zeichnet das Bild eines durch Kriege und Naturkatastrophen zerstörten Nordamerikas, deren Machthaber eine perfide Freude für menschenunwürdige Spiele empfinden. Alljährlich werden Wettkämpfe um Leben um Tod ausgerufen, deren Teilnahme nicht freiwillig erfolgt, sondern durch eine Auslosung entschieden wird. Um ihre kleine Schwester zu schützen, tritt die 16jährige Katniss an ihrer Stelle an und wird während eines Kampfes, entgegen der Regeln, von einem Kontrahenten namens Peeta gerettet. Beide verlieben sich ineinander und suchen nach Wegen auszubrechen, denn es kann ich jedem Fall nur einen Sieger geben.

Die frühere Drehbuchautorin interpretiert die römischen Gladiatorenkämpfe neu und grausamer. Collins verbindet tragisch die Aussicht auf einen möglichen Sieg mit dem gleichzeitigen Verlust der Liebe durch eigene Hand. Gleichzeitig versuchen die jungen Protagonisten, die bestehende Gesellschaftsform zu revolutionieren und gemeinsam gegen die Regierung zu kämpfen. Eine mitreißende Geschichte, deren Trilogie in 40 Ländern erschienen ist und sieben Millionen Mal verkauft wurde. Stephenie Meyer und Steven King zählen sich zur Fangemeinde und unzählige Preise beweisen positiv geneigte Kritikerstimmen. Ob man jetzt zuerst das Buch liest oder in den Film geht, sei jedem selbst überlassen, aber wer die Geschichte um Peeta und Katniss leibhaftig erfahren will, verlässt sich besser auf die eigene Fantasie und wählt die Variante des Lesens.


Fred Vargas 174x300 Die Nacht des Zorns von Fred VargasFred Vargas liebt das Spiel zwischen Krimi, Mythos, Echtzeit und Vergangenheit. Immer wieder spinnt sie schlaue Verknüpfungen und schickt ihren Ermittler „Jean-Baptiste Adamsberg“ über sagenhafte Schleichwege hin zum unabsehbaren Täter. Anders als bei vielen anderen Genreautoren weiß sie aber ihre Geschichten mit der gewissen Nuance Humor zu würzen, die sie prägnant unterscheidet.

In Ihrem neuen Buch „Die Nacht des Zorns“ entführt sie den Leser in das normannische Dorf Ordebec, in dem vier Morde geweissagt wurden. Gleich nachdem der erste passiert, erbittet die örtliche Gendarmerie die Unterstützung  Adamsbergs, um bei der Aufklärung zu helfen. Ein reicher Industrieller war in seinem Auto in Flammen aufgegangen und was anfangs einfach dem Konto eines bekannten Brandstifters zugewiesen wurde, verneint Adamsberg und vermutet einen anderen Täter. Sein eigentlicher Hauptverdächtiger besitzt regional zu viel Einfluss, als dass eine unkomplizierte Überführung möglich wäre. So sucht er anderenorts nach Hilfe und kämpft gleichzeitig gegen den vorherrschenden Aberglaube, dass dies die Tat eines mittelalterlichen Heeres war, das im 12. Jahrhundert  von all denjenigen Recht einforderte, die für ihre Schuld noch keine Strafe erfahren hatten. Im Nebel des Mythos findet er Hinweise, die sein Denken erschüttern.

„Wenn Vargas Musikerin wäre, wäre sie allein ein ganzes Orchester.”, schreibt die Zeitschrift ELLE und man darf den Redakteuren Recht geben. Mit einer guten Story, einer undurchsichtigen Täterschaft, erfrischenden Dialogen und allerfeinstem Sprachwitz sprengt Vargas die gewohnten Grenzen eines einzelnen Genres und offenbart ein abwechslungsreiches Leservergnügen. Wieder präsentiert sie einen spannenden Fall ihres Lieblingskommissars und überzeugt durch eine individuelle Federführung und ihrem selbstpersönlichem Charme, der jedes Wort besonders macht.


Das haus der krokodile Helmut Ballot – Das Haus der Krokodile Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich ein wenig skeptisch war, was den Erfolg eines Kinofilms angeht, den man als Thriller für Kids bezeichnen kann. Interessanterweise hat „Das Haus der Krokodile“ in seiner ersten Kinowoche richtig viele Besucher in die Kinosäle gezogen, wohl auch, weil die Story viel zu bieten hat, was Gruselfaktor hervorbringt – ein altes Haus, ein mysteriöses Tagebuch und einen kleinen Jungen, der sich auf die Spuren eines ungeklärten Verbrechens begibt. Dies ist selbstverständlich in einen kindergerechten Rahmen verpackt, doch auch der eine oder andere Erwachsene könnte sich ein wenig fürchten. Basierend auf der Grundlage von Helmut Ballot wird „Das Haus der Krokodile“ so zum atemberaubenden Abenteuer für die ganze Familie.

Als der elfjährige Viktor in einem der alten Räume seines Wohnhauses ein ausgestopftes Krokodil findet, ahnt er noch nicht, in welch spannende Angelegenheit er damit hereinrutscht. Da die Eltern sich für ein paar Tage auf Geschäftsreise befinden, ist Viktor allein mit seinen älteren Schwestern zuhause und bekommt so viel Möglichkeit, dem eigenartigen Fund nachzugehen. In einem Tagebuch der verstorbenen Großkusine Cäcilie, die einst auf ungeklärte Weise ums Leben kam, findet er Hinweise, auf deren Spuren er zum Detektiv wird. Zur Klärung des Falles tragen auch der zwielichtige Nachbar Strichninsky, Frau Diebisch und ihr Sohn Friedrich bei und das, obwohl nicht ganz klar ist, welche Rolle sie in dem Fall spielen und was genau sie bezwecken wollen.


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