Gebieterin der Dunkelheit (Band 4)Na, immer noch nicht genug von Vampiren? Gut so, denn mit Gebieterin der Dunkelheit hat Lara Adrian wieder für Nachschub auf dem Gebiet gesorgt und präsentiert mal wieder ein leicht zu lesendes Buch über die beliebten Blutsauger. Im vierten Band geht es um Rio, den der eine oder andere schon aus den früheren Erzählungen kennt.

Wie dann auch bekannt sein dürfte, wurde er von Eva verraten, was sowohl psychische als auch physische Narben bei ihm hinterließ. So tiefe Narben, dass er sich eigentlich das Leben nehmen wollte, sofern das für einen Vampir möglich ist. Dumm nur, dass ausgerechnet jetzt die intelligente und überaus betörende Dylan, eine amerikanische Journalistin, auf ihn trifft und leider viel zu intelligente Fragen stellt, als dass man sie ignorieren könnte.

Wieder einmal entwickelt sich hier eine spannende Liebesgeschichte, die wohl vor allem die weiblichen Leserinnen in ihren Bann ziehen wird. Rios Charme ist einfach nur schwer zu entkommen. Dabei nimmt Adrian bei der Erzählung der erotischen Details auch kein Blatt vor den Mund, so dass zum Teil nicht mal mehr die Phantasie herhalten muss. Stattdessen hat man schon sehr deutliche Bilder im Kopf beim Lesen des Buches. Vampiristisches Kopfkino nennt man das dann wohl.


Gesandte des ZwielichtsErneut habe ich mir für die Büchervorstellung ein Vampirroman ausgesucht, um genau zu sein sogar eine ganze Reihe von Büchern. Denn Gesandte des Zwielichts ist der nunmehr sechste Band dieser Romanfolge. Wer schon die fünf ersten Teile gelesen hat, wird umso besser in die Geschichte hineinfinden, doch auch für Nicht-Kenner stellt der Quereinstieg kaum ein Problem dar, obwohl meine Empfehlung dennoch explizit darauf hin ausfällt, die Geschichte vom ersten Band an zu lesen, es lohnt sich.

Aber nun zur eigentliche Story, Andreas Reichen (ja, endlich mal ein deutscher Protagonist) sinnt auf Rache. Der zuvor als Müßiggänger und hedonistischer Lebemann bekannte Charakter ist nach der schrecklichen Ermordung seiner Familie darauf aus die Schuldigen Dingfest zu machen, und das bedeutet sie zur Strecke zu bringen. In einer Spur der Verwüstung nähert er sich allmählich an den Drahtzieher heran – Roth. Doch eine Überraschung hält das Buch noch parat, denn Roths Gefährtin ist niemand anderes als Claire, die große Liebe von Andreas, die er vor 30 Jahren verlassen hat. Doch die Leidenschaft zwischen den beiden und die Anziehungskraft ist so stark, wie vor 30 Jahren.

Gesandte des Zwielichts ist die überaus erfolgreiche Fortsetzung der vorherigen Vampirromane und Lara Adrian hat es wieder geschafft eine gute Story mit prickelnder Erotik zu schreiben, die Fans, als auch Neueinsteiger überzeugen wird.


29
Sep 09

Dirty

DirtyZunächst zum offensichtlichem. Dirty, also der Titel des Buchs, ist nicht unbedingt als Beschreibung der erotischen Szenen gedacht, auch wenn es sicher trotzdem passen würde. Vielmehr glaube ich, dass er Elles Vergangenheit beschreibt, ihr Geheimnis, auf das ich selbstverständlich NICHT näher eingehen werden, dafür könnt ihr das Buch ja immerhin lesen und ihr solltet es tun ;-)

Dirty ist ein Erotikroman, indem weniger die Unterhaltung und Erotik im Verdergrund stehen, als mehr das Zwischenmenschliche, die Gefühle und damit erfüllt dieser Roman ein Vakuum im leicht abdriftenden Erotikbuchgenre. Denn all zu gerne beschränken sich Autoren, wenn auch gekonnt, auf die Inszenierung des Akts. Bei Dirty geht es aber vornehmlich um Personen, die verschiedenen Charaktere und deren Begierden, Gelüste, aber auch Ängste.

Die Ich-Erzählperspektive ermöglicht es dem Leser dann auch „mittden drin, statt nur dabei“ zu sein und alles hautnah mit zu bekommen. Was als unverfängliche und sinnliche Affäre beginnt, entpuppt sich bald als mehr, fragt sich nur, wo diese Entwicklung aufhört. Es scheint fast so, als würde man in Elle aufgehen, mit ihr und dem Leben. Wenn Elle leidet, leidet man selbst und wenn sie Lust verspürt, dann entfacht das auch etwas im Leser. Der Funke springt sozusagen über. Daher von mir eine absolute Empfehlung, selbst für den unromantischen, Erotikgenre abgeneigten Leser.


22
Sep 09

Nimm mich!

nimm mich!Das Buch Nimm mich! Ist irgendow zwischen ein unmoralisches Angebot und Pretty Woman angesiedelt, schafft es aber das Beste aus beiden Welten heraus zu holen. Es geht um Joshua und Jesse. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, der aus der Not heraus ihr (der Kellnerin) ein unmoralisches Angebot unterbreitet. Ohne ihren wirklichen Namen zu kennen muss sie ihn einfach nur heiraten und bekommt dafür eine anständige Abfindung. Hinzu kommt, dass sie ihm mehr oder minder 365 Tage lang zur „Verfügung“ stehen muss. Das Jahr vergeht und die beiden verlieren sich wieder aus den Augen. Bis sie sich 7 Jahre später wieder begegnen, ohne es tatsächlich zu ahnen.

Nimm mich! beschreibt auf ausgesprochen gute Art und Weise die Erotik zwischen den beiden. Das Buch driftet weder ab, noch wirkt es aufgesetzt. Es sind überzeugende Schilderungen von der knisternden Erotik, im Grunde also genau das, was man von einem solchen Buch erwartet. Daneben kommt hier auch nicht die Romantik zu kurz, so dass sie jeder auf ein abwechslungsreiches, erotisches und vor allem schönes Buch freuen kann, dass einem am Ende mit einem guten Gefühl zurück lässt.

Ein raffiniert, frech und flüssig geschriebenes Buch das die eigene Fanatsie anregt und Erotik heiß in Worte packt. Perfekt um es in einem Rutsch durch zu lesen. Ein absoluter Erotik-Buch-Geheimtipp!


Psychologie der sexuellen LeidenschaftWenn ein Autor namens D.Schnarch ein Buch über Partnertherapie mit dem Titel Die Psychologie sexueller Leidenschaft schreibt, dann ist man als Leser sicherlich erst mal skeptisch, ich zumindest. Das wäre in etwa so, als würde ein Herr Dauerblank über übers Geldsparen philosophieren. Wenn man jedoch die erste Skepsis überwunden hat, erhält man mit dem Buch eines der Klassiker der Partnertherapie. Das gut 500 Seiten umfassende Werk gehört praktisch zu Standardliteratur von Paaren und Paartherapeuten. Im besten Fall sparen sie mit dem Buch also ein paar Sitzungen auf der Couch :-)

Lassen sie sich dabei nicht von der Dicke des Buches abschrecken. Schnarcher schafft es trotz der Aufmachung eines Lehrbuchs eine Spannung zu erzeugen und immer wiederkehrende Aha-Effekte anzubringen. Es gehört wohl zum Besten auf dem Gebiet der partnerschaftlichen Sex’, das man finden kann. Man lernt viel über die Sexualität einer Beziehung und seiner eigenen, was dann letztlich zu einer Symbiose führt, die das Sexleben im Allgemeinen bereichert.

Schnarch löst dabei den gordischen Knoten, den es so oft in monogamen Beziehungen gibt. Wie kann man partnerschaftlich verbunden sein, ohne sich selbst dabei als Individuum zu verlieren. Dabei helfen sowohl Fallbeispiele, also auch tiefer gehende theoretische Betrachtungsweisen. Für jeden Lesetypus ist etwas dabei.


Mein erstes MalIch weiß, ich weiß. Sie brennen gerade zu darauf Berichte meines ersten Mals zu hören. Dabei könnte ich ihnen auch eine Geschichte erzählen…doch hier soll es heute nicht um mich gehen. Stattdessen werden hier und jetzt Frauen aus vier Generationen zu ihrem ersten Mal befragt. Korrekter Weise muss es heißen wurden befragt, denn die Ergebnisse aus diese fast schon als Sozialstudie ähnelnden Lektüre lassen sich nun allesamt nachlesen in den Buch: Mein erstes Mal – Frauen aus vier Generationen erzählen.

Nun, dass Halbwüchsige, vorpubertierende Frühzünder unserer Generation (viel zu) offen und breit über ihr Sexleben berichten, mag die wenigsten verwundern. Doch wer hat schon mal das erste Mal seiner Oma erzählt bekommen? Zugegeben, wer will es :-) Doch in einer Zeit, da Sex ein Tabu war und Nacktheit verpönt, ist es umso interessanter davon zu erfahren, wie die älteren Generationen ihr erstes Mal erlebten. Welche Ängste und Hoffnungen sie hatten und unter welchen gesellschaftlichen, als auch persönlichen Umständen all das passierte.

So schaffst es die Autorin neutral die einzelnen Geschichten wiederzugeben und zum Teil sogar die Sprache zu konservieren. Ohne Fingerzeig kann der Leser so seine eigene Meinung zu diesem Thema bilden und sich vor allem einem schwer gehüteten Geheimnis nähern, das wohl zu den Intimsten Dingen zählt, die wir kennen.


Sex – von Spaß war nie die RedeNicht schon wieder ein Buch über Sex. In der heutigen Zeit steht man diesem Thema ja meist ungemein aufgeschlossen gegenüber, ist auf der anderen Seite aber auch der Omnipräsenz von Sex überdrüssig. Glattpolierte, aufgemotze Frauen lächeln einem von jedem Fotocover entgegen und scheinen einem förmlich Sex zuflüstern zu wollen. Ratgeber für jede Lebenslage haben schon längst das ausgediente Kamasutra ersetzt und selbst die Pharmaindustrie überschwemmt einen mit mehr, oder weniger lustbringenden Präparaten.

In dieser „Druckgesellschaft“ und das kann hier wörtlich genommen werden, ist es zur Abwechslung dann auch mal ganz schön, wenn man ganz unverblümt und nonchalant von den Irrungen und Wirrungen in anderer Leute Betten erfährt. Das Buch: Sex – von Spass war nie die Rede: Geschichten hat wahnwitzige, lustige, skurrile, zum Teil leicht eklige Storys von gut 40 verschiedenen teils bekannten Autoren zusammengetragen und lässt sie die peinlichen Momenten nochmals durchleben.

Wie hat es Eckhardt von Hirschhausen so treffend formuliert: „Schlechter Sex ist besser als guter Sex, denn guter Sex verdirbt die Maßstäbe.

Und weil einem die bizarrsten und schlechten Dinge eben immer besser im Gedächtnis bleiben scheinen die Autoren auch einen gehörigen Fundus an albernen Geschichten vorrätig zu haben. Im Stillen denkt man sich da als Leser nur noch: „Gott sei Dank, ich bin nicht der Einzige!“


VögelfreiWas würden Sie tun, wenn Ihr Partner Ihnen fremdgeht? Ausrasten, ruhig und besonnen reagieren. Würde eine Welt zusammenbrechen, oder hätten sie gar Verständnis? Vielleicht eine Mischung aus allem. Die Frage ist jedoch, wie kann man damit weiterleben – zusammen. Sophie Andresky hat dieses Szenario auf delikate Weise durchgespielt, indem ihre Protagonistin einen Freifahrtschein vom fremdgängerischen Mann ausgestellt bekommen hat. Strafe muss sein! Nun darf sie ein Jahr lang tun und lassen, küssen, lecken, liebkosen, und weiß der Teufel was noch mit wem und wann sie es will.

„Geil, glitschig und prall durchblutet“ ist Vögelfrei, der zugleich Liebeserklärung und Affront an eine Beziehung ist. Zunächst schüchtern, dann aber immer intensiver lässt es die gute Frau dabei zur Sache gehen. Vom Comic-Freak, bis zur Domina kommen ihr dabei allerhand Charaktere unter die Augen, bzw. die Hüfte und erschaffen eine ganz neue Welt, voller Hingabe, Lust und Ablenkung. Dabei geht es heiß her. Doch auch dieser Roman kommt letztlich nicht ohne einen Funken Romantik aus und vertröstet die monogam lebende Gemeinde. Es ist der lüsternden Phantasie der Autorin geschuldet, wenn dieser Sahnebonbon an Literatur nicht das Einzige am Abend bleibt, dass genussvoll abgeschleckt wird.

PS: wussten Sie, dass nur 3-5% aller Säugetiere monogam Leben? Sollte einem das nicht zu denken geben?


Wie man eine Feige isstIst es nicht interessant, wie sich ein einfacher Satz alleine durch das Weglassen eines unbestimmten Artikels vollkommen im Sinn verändert?! Nehmen sie den Titel dieses Artikels und auch Titel eines Buches, auf das ich gleich noch näher eingehe. Lässt man das Wort „eine“ weg, so könnte es ein Ratgeber für mutlose Menschen sein (wir lassen uns vom Doppel-s am Satzende mal nicht irritieren :) ).Wie werde ich ein Feigling sozusagen. Doch hier geht es genau um das Gegenteil, wagen sie etwas.

Der Ratgeber: „Wie man eine Feige isst“ soll sie dazu animieren Experimente zu wagen. Keine Sorge, hier geht es nicht um Bondage Spiele mit Seemannsknoten oder doppeltem Windsor. Vielmehr helfen schon kleinste Veränderungen, oder etwas Spontanität die sexuelle Begierde neu zu entfachen. Verbrennen erwünscht…

Dabei richtet sich der Ratgeber hauptsächlich, aber nicht ausschließlich an Frauen. Hier erfährt Frau, wie sie ihren Liebsten verwöhnt – da haben selbst wir Männer was davon. Dabei werden auch nicht Sexualpraktiken aus den 20er aufgegriffen und ausgelutscht. Vielmehr geht es um ein gelungenes Vorspiel, als das Kamasutra nachzujuckeln.

Sie erfahren was Froschsex, oder Pathologensex ist, auch wenn diese Informationen vielleicht lieber im Dunkeln geblieben wären. Kritik lässt sich evtl. an der schlechten Übersetzung anbringen, die wohl ein Asket mit keinerlei Bezug zum Thema, bzw. Humor geschrieben hat. Nichts desto trotz ist es ein witzig geschriebenes, unterhaltsames, aber vor allem erregendes Buch.