Bei der Recherche zu diesem Buch habe ich eine Kritik gelesen, die ziemlich genau die Begeisterung trifft, die es beim Leser entfachen kann.
“Als Kind habe ich im Gehen gelesen – auf dem Schulweg, von der Straßenbahn nach Hause … – weil ich Bücher einfach nicht weglegen konnte. Das ist lange her, denn inzwischen braucht es etwas mehr als bloß eine Geschichte zwischen zwei Pappdeckeln um mich derart zu fesseln. Radio Nights habe ich im Gehen gelesen.”
Loses Mundwerk, aber ordentlich was dahinter. So kann man vielleicht am Besten Donald Kunze beschreiben. Er will unbedingt Radiomoderator werden und….schafft es dann auch. In Berlin darf er dann endlich On Air gehen und seine Sendung zum Besten bieten. Doch er gerät an die falschen Leute und muss unter Schmerzen erfahren, was das Leben wirklich lebenswert macht.
Dieses Buch ist ein Muss für Radiofand und eine Hommage an das geschriebene Wort. Schon 2003 erschienen, blieb der Hype jedoch unerklärter Weise aus. Ein Mysterium der Neuzeit, ist dieses Buch doch grandios. Herr Liehr hat hier ein vermeintlichen Bestseller zu Papier gebracht, der aus einem Kotzbrocken eine Figur zum mitfiebern macht und Radio mal eben so nebenbei erklärt.
Bleibt eigentlich nur noch ein Wunsch offen – einmal Donnys Nachratten hören.
PS: warum gibt es hier eigentlich keine Hörbuch Version?
