Russendisko 188x300 Russendisko  Wladimir Kaminer Vor ungefähr zehn Jahren gelang Wladimir Kaminer mit seiner Erstveröffentlichung „Russendisko“ ein Überraschungserfolg und Gleiches darf man wohl auch von der aktuellen Leinwandadaption mit selben Titel von Oliver Ziegenbalg erwarten – wenn auch weniger überraschend. Zurzeit gibt es augenscheinlich keinen erfolgreicheren Schauspieler als Matthias Schweighöfer, der die Hauptrolle in dieser lange geplanten Verfilmung durchaus passend besetzt. Einige kritische Stimmen munkeln, dass der Kinofilm leider nicht den Charme und den Witz versprüht, den das Buch noch hatte. Die Filmvorlage war eine liebvolle und authentische Sammlung von Kurzgeschichten, die mehr oder weniger zusammenhängend, einen skurrilen, doch lebensnahen Einblick in Kaminers Subkultur hergaben. Mit derbem Humor und russischem Herzblut stellten sie sich einer neuen Welt fernab der Heimat und erlebten Liebe, Frust und Abenteuer.

Alles passiert im Sommer 1990, als Kaminer und seine zwei Freunde, Mischa und Andrej, bepackt mit vielen Träumen, doch wenig Rubel die junge deutsche Hauptstadt erobern. Anfänglich in einem heruntergekommenen Marzahner Ausländerwohnheim untergebracht suchen sich die drei bald eine schönere Bleibe im Prenzlauer Berg. Andrej ist eher der schwerfällige Charakter der drei Witzbolde. Ihn plagt das Heimweh, was ihn aber nicht davon abhält, eine Vielzahl von Plänen zu entwickeln, die zum schnellen Geld führen. Mischa träumt von einer Musikerkarriere. Nur Wladimir scheint perspektivlos und dümpelt durch wahnwitzige Episoden der Berliner Nachwendezeit. Überall warten Probleme und Ärger: Sei es der Streit mit Vietnamesen über die Rechte am örtlichen Zigarettenverkauf oder das Überschreiten der Aufenthaltsgenehmigung und eine drohende Abschiebung. Bei derart vielen Schwierigkeiten würden viele die Heimreise antreten, doch Kaminer verliebt sich in „die schönste Frau der Welt“ Olga und buhlt fortan überaus einfallsreich um ihre Aufmerksamkeit.

Ein liebevolles, autobiografisches Romandebut, das bis heute schon 1,3 Millionen Leser zählt und dank des aktuellen Kinoprogramms sicher noch viele weitere gewinnen wird.


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