Schwarzbuch Deutsche BahnWer demnächst eine lange Bahnfahrt vor sich und die passende Lektüre dafür noch nicht gefunden hat, sollte sich das Buch Schwarzbuch Deutsche Bahn näher anschauen. Es ist ein Traktat über die Zustände der Deutschen Bahn, die wohl so oder so ähnlich jeder Bahnfahrer schon einmal erleben musste. Die beiden ZDF-Reporter haben versucht Dinge aufzudecken, die sonst im Verborgenen bleiben und diese auf gut 300 Seiten zusammengetragen.

Das Schwarzbuch ist vor allem erst einmal eines: unterhaltsam. Nicht im Sinne eines Krimis, nein, vielmehr im Sinne einer Spannung, die den Leser dazu verführt bei der Stange zu bleiben und weiterlesen zu wollen. Die aufgezeigten Zustände lassen den Leser erbosen, aber auch Mitleid für die Bahnmitarbeiter aufbringen. Man sieht einmal hinter den Spiegel und kann sich in den sonst zu sturen und nervenden Schaffner hineinversetzen.

Was dem Buch jedoch auch negativ angerechnet werden muss, ist der Mangel an Analysen, oder gar Perspektiven, das Beschriebene zu ändern. Vielleicht ist das auch nicht nötig, geschadet hätte es jedoch nicht.

Es fasst aber auch all das zusammen, was wir nun in den letzten Jahren immer wieder aus der Presse erfahren haben und beschreibt leider zu gut die Zusammenhänge, bzw. die Vorfälle. Es nimmt auf jeden Fall mit und das kann man nicht leugnen. Denn Leid bewegt nun einmal.


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