Plan D Simon Urban – Plan D Ostalgie, also die Nostalgie zu den „guten, alten DDR-Zeiten“, ist ja schwer in Mode. Filme wie „Goodbye Lenin“ haben ein verklärtes Bild der DDR in den Köpfen der Leute manifestiert, so dass sich viele „Ossis“ wünschten (die Wessis ja sowieso), die Teilung Deutschlands solle zurückkommen. Dabei vergessen wohl viele, wie es tatsächlich zugegangen ist. Plan D schafft es auf ungewöhnliche Weise, ein Bild der DDR zu zeichnen, das mit Wortwitz und Intelligenz die Probleme aufdeckt.

Wir haben das Jahr 2011 und nach einer kurzzeitigen Maueröffnung wurde diese wieder geschlossen – zu viel Abwanderung. Egon Krenz ist an der Macht und wacht über einen der letzten sozialistischen Staaten. Ein verpesteter Moloch wegen des neuen Trabanten „Phobos“ (ein Mond des Mars, daher Trabant) und das Land liegt finanziell am Boden. Verhandlungen mit der BRD werden zudem durch einen Mord an einem Wissenschaftler erschwert. Das Problem ist, dass die Stasi darin verwickelt zu sein scheint, was es für den sympathischen Volkspolizisten Martin Wegener geradezu unmöglich macht, ungestört zu ermitteln. Niemandem ist zu trauen. Zu allem Überfluss fahndet er auch das erste Mal gemeinsam mit einem Wessi nach dem Täter. Wenn das mal gutgeht.

Simon Urban hat in seinem Debütroman eine herrliche Fiktion der heutigen DDR, so sie denn existieren würde, gezeichnet. Detailverliebt und mit einer Wortgewandtheit, die erstaunlich ist. Umso mehr, da der Autor erst 1975 in Westdeutschland geboren wurde.


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